Veranstaltung am 21.6.2012

polis und arché, Gründung und Begründung
Kritik und Apologie einer „philosophischen“ Politik

Vorträge von Sophie Loidolt und Peter Zeillinger, anschließend Diskussion.

21.3.2012, HS 3E NIG

Der Vortragsabend widmet sich dem Verhältnis von Philosophie und Politik: Wie inszeniert sich die Philosophie in Bezug auf das Politische? Wie steht es um die Möglichkeit einer Grundlegung des Politischen durch die Philosophie? Lässt sich von philosophischen Argumentationen auf politische Strategien und Praktiken schließen?

Von Platons Staat an tendiert die Philosophie dazu, das Politische als eine vorläufige, unvollkommene Sphäre zu betrachten, die einer Grundlegung und Stabilisierung vonseiten der Philosophie bedarf. Politik in ihrer Bedingtheit wird dabei zunächst auf einen Bereich transzendentaler, unbedingter Geltungen hin überschritten, um von dort aus begründet und damit zugleich abgeschlossen zu werden. Dieser philosophische Anspruch wurde seit der antiken Rhetorik begleitet von einer Tradition der Kritik, die gleichzeitig eine Kritik an der Philosophie selbst und den ihr eigenen Begründungsverfahren war und ist. In neuerer Zeit firmiert diese kritische Tradition unter den Namen Anti- bzw. Postfundamentalismus. Während antifundamentalistische Ansätze eine grundlegende Skepsis gegenüber Versuchen der Gründung, Begründung und Grundlegung des Politischen artikulieren, betonen postfundamentalistische Theorien eher die gleichzeitige Notwendigkeit und Unmöglichkeit von Gründ(-ung-)en, respektive die Ab-Gründigkeit eines jeden Grundes.
Insofern die Begründung politischer Gemeinschaften sich traditionell auf Begriffe der Identität bezogen hat, stellt sich für Theorien, die eine Skepsis gegenüber philosophischen Grundlegungsversuchen des Politischen artikulieren, auch stets die Frage nach dem Status des Anderen, nach der Alterität als Infragestellung der Identität von Subjekten und Gemeinschaften.
Im Ausgang und in Abgrenzung von poststrukturalistischen Strömungen haben sich jedoch wiederum verschiedene AutorInnen eine Neubegründung und Neufundierung der Sphäre des Politischen zum Ziel gesetzt. Die daraus resultierende Frage nach dem Selbstverständnis der Philosophie in Bezug auf ihr Verhältnis zur Politik hat, wie die Vehemenz, mit der diese Diskussion geführt wird, zeigt, nichts von ihrer Dringlichkeit verloren, zumal sie immer auch eine Frage nach der Relevanz, dem Wert und dem Ziel philosophischer Begründungsarbeit selbst ist.

Die beiden ReferenInnten Sophie Loidolt und Peter Zeillinger werden sich in Kurzvorträgen mit der Frage nach der prinzipiellen Möglichkeit, dem Status und der Bedeutung einer „philosophischen“ Politik beschäftigen. Im Zentrum der Debatte stehen dabei die Theorien der radikalen Demokratie sowie die politische Deutung des „Alteritätsdenkens“ oder eines Denkens des „Fremden im Selbst“. An die beiden Vorträge schließt eine offene Diskussion an.


Der Wiener Arbeitskreis für Philosophie stellt sich vor…

Die Schwerpunkte des Wiener Arbeitskreises für Philosophie liegen auf der Lektüre und Diskussion klassischer Texte der Philosophiegeschichte sowie auf deren Rezeption, Kritik und Wiederaufnahme in der Gegenwart. Der Arbeitskreis fokussiert auf jenes sehr weite Feld, das sich von der Transzendentalphilosophie, dem Deutschen Idealismus, dem Marxismus und Postmarxismus, über die Phänomenologie und Psychoanalyse, bis hin zur Kritischen Theorie und zur Dekonstruktion erstreckt, aber keineswegs nur darauf beschränkt ist. Innerhalb dieser weit gefassten Konstellation richtet sich unser Interesse besonders auf Probleme der politischen Philosophie und Sozialphilosophie, der Gesellschaftstheorie, der Ästhetik, der Kulturphilosophie, aber auch der Erkenntnistheorie und der Sprachphilosophie. In diesem Sinne besteht unsere Arbeit konkret darin, öffentliche Vorträge, Workshops, (Podiums-)Diskussionen, Lesekreise und Konferenzen zu diesen Themen und Theorien zu veranstalten. Der Wiener Arbeitskreis für Philosophie versteht sich dabei als offene Gruppe, in der die Mitarbeit und Partizipation aller daran Interessierten willkommen ist.


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